Was im Handwerk rechtlich und praktisch dazugehört
Die E-Rechnungspflicht kommt in Stufen — und die nächste ist nah
Seit Anfang 2025 muss jeder inländische Betrieb E-Rechnungen empfangen und lesbar archivieren können. Ab dem 1. Januar 2027 müssen Betriebe mit mehr als 800.000 Euro Vorjahresumsatz sie auch selbst ausstellen, ab 2028 alle übrigen. Ein PDF im Anhang zählt dann nicht mehr als Rechnung; gefordert sind strukturierte Formate wie XRechnung oder ZUGFeRD. Wer den Rechnungsversand jetzt ohnehin anfasst, sollte das gleich mitnehmen, statt es zweimal zu bauen. Den konkreten Stichtag für Ihren Betrieb bitte mit Ihrem Steuerberater abklären — die Umsatzgrenze entscheidet.
GoBD: Was automatisch entsteht, muss auch nachvollziehbar bleiben
Rechnungen und die zugehörigen Belege unterliegen der Aufbewahrungspflicht und müssen unveränderbar abgelegt werden. Das ist kein Hindernis für Automatisierung, im Gegenteil: Ein Ablauf, der jeden Schritt protokolliert, erfüllt die Anforderungen an die Nachvollziehbarkeit meist besser als ein Ordner auf dem Schreibtisch. Wichtig ist nur, dass die Ablage von Anfang an richtig eingerichtet wird und nicht nachträglich.
Fotos von der Baustelle sind selten datenschutzfrei
Auf Baustellenfotos sind regelmäßig Personen, Kennzeichen oder fremdes Eigentum zu sehen. Wenn solche Bilder automatisch verarbeitet oder in einem Kundenportal angezeigt werden, gehört das in die Datenschutzerklärung und braucht eine saubere Grundlage. Das ist lösbar, aber es sollte vorher jemand bedacht haben.
Gewährleistung braucht auffindbare Dokumentation
Fünf Jahre nach der Abnahme will jemand wissen, welches Material verbaut wurde und wer wann vor Ort war. Wenn diese Angaben ohnehin bei der Arbeit erfasst werden, ist die Auskunft eine Suchanfrage statt eines halben Tages im Archiv. Dieser Nutzen taucht in keiner Zeitersparnisrechnung auf und ist trotzdem oft das stärkste Argument.
Die Monteure müssen mitmachen, sonst funktioniert nichts davon
Der beste Ablauf scheitert, wenn auf der Baustelle weiter Zettel geschrieben werden. Deshalb baue ich die Erfassung so, dass sie mit Handschuhen und schlechtem Netz bedienbar ist: wenige große Felder, offline nutzbar, keine Anmeldung bei jedem Öffnen. Und ich empfehle, eine Person im Betrieb zu bestimmen, die die Einführung begleitet.